airberlin-Pleite - Gewinner und Verlierer

Oct
31

Was erwartet Passagiere momentan und künftig

Am Freitag, 27.10.2017 ist der letzte Flug – operated by airberlin – in Berlin Tegel gelandet. Nun ist die Airline Geschichte.

Die Gesetze des Marktes sind gnadenlos. Billige Tickets, Sonderangebote, Top-Bonus-Meilen haben die Passagiere gerne angenommen, aber nun zahlen sie auch die Zeche.

Flugpreise für Tickets im innerdeutschen Verkehr haben astronomische Höhen erreicht. Es fehlt an Flugzeugen und an Wettbewerb. Die Kapazitäten sind knapp geworden. Lufthansa setzt auf der Strecke Frankfurt – Berlin sogar einen Jumbo ein und kann diesen zu exorbitanten Preisen vermarkten. Ob es einem Wettbewerber wie easyjet gelingt, erfolgreich in den innerdeutschen Flugbetrieb einzusteigen bleibt fraglich. Der Deutschlandverkehr ist überwiegend Geschäftsreiseverkehr und Businesstraveller brauchen Flexibilität. Termine ändern sich schnell und Tickets müssen flexibel sein. Ob diese Herausforderung mit einer „Internetairline“ mit restriktiver Tarifpolitik darstellbar ist, bleibt abzuwarten.

Ein weiteres, großes Betätigungsfeld von airberlin war der Verkehr in die beliebtesten Ziele rund um das Mittelmeer. Reiseveranstalter suchen für ihr Sommerflugprogramm 2018 händeringend nach Alternativen. Die verbliebenen deutschen Urlaubsflieger wie TUIFLY oder CONDOR können die Lücke nicht füllen. Hier ist anzunehmen, das Airlines aus den Zielgebieten in die Bresche springen. Auch der Lufthansakonzern wird sich speziell mit EUROWINGS dem Thema „Urlaubsflug“ widmen.

Auf der Langstrecke war das Markenzeichen der airberlin, daß man direkt aus Deutschland zum Ziel kam. Hier zeichnet sich bereits ab, daß EUROWINGS die Lücke schließen wird. Wichtige Urlaubsziele mit entsprechendem Passagiervorlumen wie Punta Cana oder Cancun werden im Sommer 2018 mit Direktflügen ab München angeboten. Auch Fort Myers an der Westküste Floridas wird EUROWINGS direkt ab Deutschland bedienen. Fazit: Lufthansa und EUROWINGS sind jetzt, kurz nach der Ära airberlin die großen Gewinner. Ticketpreise müssen einen wirtschaftlichen Flugbetrieb garantieren. Wenn der Kranich jetzt nicht maßlos überzieht und vor allem an seinen Qualitätsansprüchen festhält, kann es durchaus zu einer Win/Win- Situation für Fluglinie und Passagiere werden. Wichtig in diesem Zusammenhang ist auch, daß das Produkt Flug wieder einen Wert haben muss. Hier sind die Marketingabteilungen gefragt. Ist aber auch künftig der niedrigste Preis das einzige Kriterium welches zur Buchungsentscheidung führt, wird das Sterben der Airlines weitergehen. Spannend dabei ist nur die frage: „Wer ist der nächste“

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